Ivo Fürer: Kirche im Wandel der Zeit

Eine Buchempfehlung von Walter Ludin

«Die Synode 72 hinterliess rund 500 Seiten wertvoller Texte, die auch heute mit Gewinn zur Hand genommen werden.» So schreibt der frühere St. Galler Bischof Ivo Fürer in seinen Lebenserinnerungen. Nach der Schilderung seiner Studien in Innsbruck und Rom orientiert er über die Vorbereitung, den Ablauf und die Bilanz der Synode 72, die er zu weiten Teilen initiiert und dann auch geprägt hat.

Sehr aufschlussreich sind die Erinnerungen an seine Zeit beim Rat der Europäischen Bischofskonferenzen/CCEE, deren Sekretär er viele Jahre war. Die Bilanz dieser Zeit zeigt Ivo Fürers Schaffenskraft. Er hat 217 grösstenteils recht komplizierte Sitzungen und Tagungen organisiert sowie 24 Länder besucht, davon zahlreiche im damaligen Ostblock gelegene.

Der Autor verschweigt keineswegs die Spannungen, die zwischen den Gremien der europäischen Bischöfe und dem Vatikan bestanden. So gelang diesem das «Kunststück», die Synode für Europa hinter dem Rücken des CCEE zu organisieren. Der Sekretär wurde übergangen, das grosse Wissen zahlreicher Akteure der europäischen Zusammenarbeit der Bischöfe nicht abgerufen.

Walter Ludin


Ivo Fürer: Kirche im Wandel der Zeit. Konzil, Synode 72 und die Zusammenarbeit der Bischöfe Europas. Edition NZN bei TVZ. 2019. ISBN-13: 978-3290201685. 156 S.
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