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Erneuerungsprozess der Schweizer Kirche harzt

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) hat vor einigen Tagen erklärt, dass betreffend Erneuerungsprozess der Schweizer Kirche sich bestätigt hat,

„… dass innerhalb der SBK inhaltlich unterschiedliche Vorstellungen bestehen und dass die Suche nach einem gemeinsamen Vorgehen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.“

Die Allianz «Es reicht!» – der Zusammenschluss reformorientierter Gruppierungen – reagiert auf dieses Armutszeugnis mit einem Offenen Brief:

AER_Erneuerungsprozess_Medienmitteilung-2019.12_final-als-MM

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Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Walter Ludin

    Reformen ohne die Bischöfe?
    Sie ist alarmierend: die Ankündigung, dass die Pfarrei-Initiative sich wohl auflösen wird. Ebenso ein Alarmzeichen war der Kirchenaustritt von einem halben Dutzend sehr engagierter Kirchenfrauen.
    Für beides habe ich Verständnis, auch wenn aufgeben und austreten nicht meine Sache ist. Ich werde weiterhin – publizistisch und im Rahmen der tagsatzung.ch – mich weiterhin für Kirchenreformen einsetzen, wenn möglich auch in Form eines synodalen Vorgangs. Und als Mitglied eines franziskanischen Ordens bin ich in einer Art Teilkirche, die mir nach wie vor Heimat gibt.
    Dennoch: Ich verstehe den Ruf nach «Selbstermächtigung» der kirchlichen Basis. Vor einigen Jahren habe ich darauf hingewiesen, dass die Bischöfe nicht mehr lange Zeit haben, den Reformprozess mitzugestalten. Bald könne das beginnen, was Leo Karrer schon vor über einem Jahrzehnt «Selbsthilfe» genannt hat.
    Das neueste Communiqué der Pfarrei-Initiative schlägt Beispiele dafür vor. Auf den ersten Blick wirken sie vielleicht revolutionär, sind es aber kaum. Schauen wir sie kurz an:
    • Gemeindeleiterinnen und -Leiter beginnen, Abendmahl zu feiern. Dies widerspricht zwar der festgefügten Ämterlehre, nimmt aber letztlich bloss eine urkirchliche Praxis auf. Damals sind ja in den Hauskirchen die Familienväter (und -Mütter!) dem Brotbrechen vorgestanden.
    • In den Pfarreien werden gleichgeschlechtliche Partnerschaften gesegnet. Nur wer die (hebräische) Bibel fundamentalistisch auslegt kann dagegen sein. Ein kleiner Exkurs: In einem Pfarreiblatt wird in einem Leserbrief moniert, kein Jota von den biblischen Gesetzen abzuändern und somit das Verbot gleichgeschlechtlicher Beziehungen zu befolgen. Der Schreiber wird kaum auf Schweinefleisch verzichten oder – solange es ihn noch gab – auf Zins von den Banken; obwohl beides ebenso streng im Alten Testament verboten ist.
    • Und schliesslich der Vorschlag, dass es überkonfessionelle Abendmahlfeiern geben soll. Vor genau 40 Jahren habe ich anlässlich einer Trauung eine solche Feier mitgestaltet. Die Welt ging nicht unter. Und das Paar ist immer noch beisammen … Walter Ludin

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